Nachhaltigkeit und Unternehmertum – Ein Widerspruch?

Am 5. Dezember 2008 wurde der deutsche Nachhaltigkeitspreis an ausgewählte Unternehmen und Personen verliehen. Nicht nur aus diesem Anlass dominiert das Thema Nachhaltigkeit die Medien, insbesondere vor dem Hintergrund der Finanzkrise hat die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen wieder an öffentlichem Interesse gewonnen. Was aber bedeutet Nachhaltigkeit und soziales Unternehmertum für den Einzelnen? MBA-Studierende der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt diskutierten aus diesem Anlass mit dem Leiter des Center for Corporate Citizenship Prof. Dr. Andre Habisch über Ideale, Profit und Wirtschaftlichkeit.

Im Rahmen ihres Studiums nutzten die MBA-Studierenden an diesem Wochenende die Gelegenheit, gemeinsam mit dem Leiter des Center for Corporate Citizenship – Herrn Prof. Dr. André Habisch – die Frage zu diskutieren, welche Bedeutung nachhaltigem Wirtschaften in der unternehmerischen Praxis tatsächlich zukommt. Der Nachhaltigkeitsgedanke basiert auf unterschiedlichen Säulen: ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit sollen eine Basis für dauerhaften unternehmerischen und gesellschaftlichen Erfolg schaffen. „Dabei unterscheidet sich soziales vom klassischen Unternehmertum insbesondere durch eine sozial und ökologisch orientierte Wertschöpfung, die moderne Managementmethoden mit werteorientierten Zielen verbindet“, so Prof. Dr. André Habisch.

Dieses Konzept  warf in der Diskussion mit den Studierenden vermehrt die Frage nach der Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit auf. Dabei zeigt allerdings gerade das aktuelle Beispiel der globalen Finanzkrise, welche fatalen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen eine kurzfristige Profitorientierung heraufführen kann. Nachhaltige Wertschöpfung ist nur auf einem soliden Fundament langfristiger und umsichtiger Planung möglich. Daher sollten „Führungspersonen nicht nur betriebswirtschaftliche Spitzenausbildungen genießen, sondern gleichzeitig für ihre eigene Verantwortung sensibilisiert werden, um das langfristige Überleben der Unternehmung sicherzustellen.“

Auch der Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Ingolstadt Prof. Dr. Max Ringlstetter betont die Relevanz wertorientierter Fragestellungen während des Studiums: „Die WFI hatte schon immer den Anspruch, Ihre Studierenden nicht nur in Orientierung an betriebswirtschaftlichen Kennziffern auszubilden, sondern sie zu befähigen, unternehmerische Entscheidungen nicht nur nicht nur fachkompetent, sondern auch verantwortungsbewusst und sozialverträglich zu treffen. Gerade im Bereich der weiterbildenden Programme legen wir besonderen Wert auf die umfassende Ausbildung der Führungskräfte zu Führungspersönlichkeiten, die auch ihre soziale und gesellschaftliche Verantwortung ernst nehmen.“  

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